Bericht zum Treffen der Korsett- und Nylonfreunde am 28.01.2006 in Köln

 

Hallo liebe Homepage-Besucher,

als Frischlinge wollen wir hier auch mal unseren Senf dazugeben. Wir nennen uns Uschi (45) und Arthur (43) und sind ein Paar aus Mönchengladbach. Erst seit wenigen Wochen beschäftigen wir uns „professioneller“ mit Korsetts und Nylons, bisher zeigte sich diese Leidenschaft mehr im privaten Bereich, so zum Spaß.

Nun, da wir einmal infiziert sind, wollen wir euch an unseren Erfahrungen teilhaben lassen und ein Bericht über den Stammtisch scheint da der richtige Einstieg zu sein.

Da Männlein und Weiblein aber die gleichen Erlebnisse unterschiedlich wahrnehmen – ihr wisst schon, der Unterschied zwischen Mars und Venus – konnten wir uns nicht auf eine Version einigen und stellen euch Uschi’s und Arthur’s Bericht vor. Da kann es natürlich schon mal vorkommen, dass das Gleiche noch lange nicht das Selbe ist.

Viel Spaß

Uschi erzählt:

Es ist soweit. Samstag, 28. Januar 2006. Unsere erste Teilnahme am Stammtisch der Korsett- und Nylon-Freunde steht bevor. Seit wir vor ein paar Wochen das erste Mal von diesem Treffen gehört haben ist mir klar: da müssen wir hin.

Mein rotes und einziges Korsett liegt nun nicht mehr nur in der Schublade und wartet geduldig auf besondere Momente, sondern wird nun täglich für 1 – 2 Stunden an und von mir geschnürt, zur Gewöhnung. Es ist mir zwar zu lang – ich gestehe: es ist von der Stange – aber das ist für den Anfang nicht so schlimm. Zum Ausgleich ist es mir im letzten halben Jahr zu eng geworden, was natürlich mehr als schlimm ist.

 

Doch ich bin gewappnet. Kurz entschlossen entscheide ich letzte Woche, dass ich es einfach nicht anziehen werde. Es gibt ja keinen Dresscode.

Mein Outfit ist geplant und liegt bereit. Der kurze Pepita-Rock muss es sein. Der weiße Hüfthalter, schwarze Nahtnylons und schwarze High-Heels sind klar. Darüber ein enger weißer Pulli und einschwarzes Taillenmieder. Nicht zum Schnüren, dafür aber höchst elastisch. Das muss sein. Der passende Blazer zum Rock liegt auch schon parat.

Die Kids sind untergebracht, der Abend ist unser. Da kann doch nichts mehr schiefgehen.

Da dä Pitter meine SMS mit der Frage, wie das Essen im Bistro Nobis ist, erfolgreich ignoriert und auch nicht mehr online ist, beschließen wir, dass eine der heimischen Pommesbuden für unser Abendessen zuständig ist. Arthur erklärt sich bereit das Essen zu holen.

Ich hab’ alles im Griff. Um 18 Uhr muss ich unter die Dusche, dann bin ich pünktlich zur geplanten Abfahrt um 19 Uhr fertig gestylt. Ankunft in Köln soll ca. 19:30 Uhr sein. Perfekt. Immer mit der Ruhe.

Ich sitze noch gemütlich strickend auf der Couch und gucke Skispringen. Es ist 17:15 Uhr, als Arthur sagt: „Um 5 fahr ich zur Pommesbude, sonst wird es zu spät.“ Mmpf!!! „Ähhh Schatz, es ist schon viertel nach 5“. „Oh….“, sagt er und spielt weiter am PC. Noch hab’ ich alles im Griff.

15 Minuten später…. Er muss nur noch das Spiel speichern…. Mmpf!!! Immer mit der Ruhe!

Die Duschreihenfolge ist klar. Erst meine Tochter, dann essen, dann muss ich duschen, dann Arthur. Es ist doch erst 17:40….

Um 18:05 stehen die Fleischrollen mit Pommes auf dem Tisch. Muss ich halt schneller essen, oder schneller duschen. Immer mit der Ruhe.

18:20: ich stehe unter der Dusche

18:35: ich warte, dass Arthur begutachtet, ob meine Haare anständig geschnitten sind. Aber er ist noch unter der Dusche.

18:45: endlich kann ich mich anziehen Wäsche, Nylons, Rock, Pulli. Perfekt. Nun die Miederhäkchen. „Arthur hilf!“ Es ist fast sieben. Immer mit der Ruhe.

Tief durchatmen. Nee, dann geht das Mieder nicht zu. Fertig. Na also, geht doch.

Mmh, die Schuhe sind sehr eng. Ob ich nicht doch lieber die grauen anziehen soll? Kein Problem. Ich hab’ alles im Griff. Nur die Naht sitzt noch schief. „Arthur hilf!“. Danke. Bin gleich fertig.

Nur noch fönen. Erst mal den Haarschaum einkneten und jetzt schminken. Das dauert nicht lange. Bin von natur aus schön genug. Obwohl….. ein bisschen blass bin ich schon. Na gut. Dann ein wenig Make-Up, Puder, Rouge…..

Schnell den Pony fönen, sonst kleistert der Festiger so…..

Es ist 19:15. Lidstrich, Wimperntusche, Lippenstift. Fertig. Geht doch. Ein Blick an mir runter „Aaaahhhhhh, die Strümpfe ziehen Fäden! Arthur, was hast du getan?“ Schnell jage ich ihn ins Schlafzimmer Ersatzstrümpfe holen. Die kommen in die Tasche, falls aus den gezogenen Fäden Laufmaschen werden. Fertig!

 „Wie siehst du denn aus? Hast du dich gebückt, das Mieder rollt sich ein. So kannst du nicht gehen!“ Mmpf!!! Charmant wie immer. Aber ich hab alles im Griff. Es ist knapp halb acht.

„Schaaatz, holst du mir dann doch das rote Korsett…..“ Nur jetzt keine Panik. Hilfe, wo ist mein Asthma-Spray? „Schaaaatz…“

Schnell und locker schnüren, sonst kann ich mich im Roadster nicht setzen. Vielleicht noch ein paar flache Ersatzschuhe mitnehmen? „Raus jetzt!“ Warum ist er denn auf einmal so grantig?

Gut, dass das neue Navigationssystem schon programmiert ist. Es ist 19:35, ich sitze im Auto. Arthur auch. Und das Navi fragt nach der CD. Die ist noch drinnen. Als wir losfahren ist es 19:40. Geht doch. Sind wir eben erst kurz nach acht da. Ich wollte sowieso nicht bei den ersten sein.

Der Weg nach Köln ist nicht so weit. Obwohl wir bisher den Weg zur Autobahn auch immer ohne technische Hilfsmittel gefunden haben, lauschen wir doch interessiert der netten Stimme, die uns nach rechts und links und dann 12 km geradeaus weist. Wunderbar. Aber ich unterhalte mich dann doch lieber mit Arthur. Wirklich wichtig ist doch, ob ich gut aussehe und die Haare liegen und der Rock auch nicht zu kurz ist. Sollte ich mich vielleicht nochmal umziehen? Arthur’s Blick sagt mir, dass dies kein guter Vorschlag ist. Na gut, muss er halt so mit mir Vorlieb nehmen.

Um 20:13 spricht die Stimme aus dem Radio schließlich zu uns: „Sie sind am Ziel angekommen.“. Super. Wir feiern im Wald, scheinbar. Denn außer Straße sehen wir nur Büsche und Bäume. Und in Niehl sind wir auch nicht. Komisch.

Fahren wir doch die Neusser Landstraße noch ein Stückchen geradeaus, und mal links. Falsch. Wieder zurück. Mal in der anderen Richtung gucken, vielleicht waren wir zu weit? Falsch. Nochmal wenden. So, jetzt fahren wir einfach weiter bis wir Köln Niehl gefunden haben. Immer mit der Ruhe. Wenigstens haben wir schon gegessen.

20:30: da ist der Ortseingang Niehl. Endlich. Und die Einfahrt links scheint zum Bistro zu führen. Nicht ganz, wie der Parkplatzwächter uns sagt, aber eine Einfahrt weiter sind wir richtig. Na also, geht doch.

Einen Parkplatz haben wir schnell gefunden. Das ist normal bei Arthur, meistens stehen wir direkt vor dem Eingang, aber da hat Pitter sich natürlich hingepflanzt. Obwohl das Kopfsteinpflaster mit den High-Heels nicht ideal ist, meckere ich nicht. Bin ja froh, dass wir angekommen sind.

Weil es doch recht kalt ist draußen, verzichten wir vorerst auf das enger schnüren. Das holen wir gleich drinnen nach.

Wir sind noch nicht ganz im Foyer angekommen, da hat dä Pitter uns schon entdeckt, obwohl es schon ziemlich voll ist. Ehrlich, das Bistro hab ich mir größer vorgestellt und vor allem dunkler. Oh Mann. Das ist aber keine ideale Beleuchtung für mein Alter. Ob ich nicht doch nochmal…..

Zu spät. Herzlich werden wir von Peter und Sigi begrüßt und auch sofort Andrea und Wolle vorgestellt. Ich weiß gar nicht wohin ich zuerst gucken soll, aus meiner Höhe sieht man sowieso nicht so viel. Da hat der Lange es leichter. Dafür darf er jetzt meinen Mantel weghängen. An die Haken komm ich mal wieder nicht dran. Ich weiß schon, warum ich mir so einen großen Mann ausgesucht habe.

Der ist auch sofort ins Gespräch gezogen worden und vergisst fast bei meinem Korsett nochmal zu ziehen. So geht das nun nicht. Die Frauen sind hier schließlich die Hauptpersonen und wenn ich mich so umsehe, gibt es hier mindestens einen, der das so richtig findet und sich selbst in Damenkleidung reichlich Aufmerksamkeit holt.

Schon wieder bekannte Gesichter. Ich lass’ Arthur einfach stehen und begrüße Susi, die ich von Fotos aus einem Forum kenne. Auch sie hat uns sofort erkannt. So kommen wir ganz einfach und locker ins Gespräch. Ist nett hier.

Viele hier kennen sich wohl schon und unterhalten sich intensiv. Nach ein wenig small-talk gehe ich zu Arthur zurück und guck mir die Frauen genauer an. Große, kleine, dicke, dünne und fast alle im Korsett. Irgendwie sieht das bei jeder Frau gut aus. Sigi hat sich in ein ganz besonderes Teil geschnürt. Wunderschön in schwarz, all-over mit Pailletten bestickt. Ihre Taille lässt mich mal wieder vor Neid erblassen. Aber auch viele andere sind beneidenswert geschnürt.

Inzwischen weiß ich, dass es gar nicht einfach ist, so einen ganzen Abend durchzustehen. Das hinsetzen fällt mir schwer, aber den ganzen Abend stehen tut den Füßen nicht gut.

Mein Blick wird von einem super Décolleté magisch angezogen. Das muss Marianne sein, von ihr haben wir auch schon gehört. Ob Arthur das schon gesehen hat? Mmh, wohl nicht, er ist mit Stefan ins Gespräch vertieft. Später werde ich ihn nochmal drauf aufmerksam machen.

 Ich beobachte die Beine der Damen. Tolle Schuhe, viele High-Heels in schwarz, aber auch in rot oder mit Plastikeinsätzen und natürlich Stiefel. Fast jede trägt Nylons. Die meisten in schwarz, viele mit Naht. Tolle Aussichten. Ausnahmsweise interessieren mich die Männer mal gar nicht. Und im Griff habe ich schon längst nichts mehr.

Meine Betrachtungen werden von Wolle unterbrochen, der zwei offizielle Punkte abhaken will. Er steht für alle sichtbar auf einem Stuhl und  trommelt auf ein Tablett. Die Geräuschkulisse verstummt nur langsam, aber schließlich ist Ruhe eingekehrt und Wolle gratuliert Susi zum Geburtstag. Sich einschmeichelnd macht er sie rasch 10 Jahre jünger, aber Susi macht wohl keinen Hehl daraus, dass sie nun auch die 40 erreicht hat. Warum auch. Wir sind doch alle noch jung und gut erhalten. Wolle überreicht ihr ein Geschenk und die ganze Gesellschaft singt Susi ein Geburtstagslied. Die Stimmung ist gut.

Der zweite Programmpunkt ist ein Heiratsantrag. Damit die Braut nicht merkt um was es geht, fordert Wolle alle auf sich zu stellen. Die Damen dürfen sich sofort setzen, alle Herren mit nur einer Berufsausbildung dürfen sich auch setzen. Schließlich sollen nur die Maurer stehen bleiben. Nach dem Auswahlverfahren bleibt ein junger Mann alleine etwas im Hintergrund stehen. Seine Freundin soll dazu kommen. Schließlich steht der junge Mann etwas verlegen mit einem eingewickelten Blumenstrauß in der Hand auf Wolles Stuhl und das Mädel schüchtern daneben. Nachdem der Strauß sich als rote Rosen entpuppt, macht er ihr mit einem Kniefall einen Heiratsantrag. Im Beifallstaumel kann ich die Antwort nicht verstehen, Aber da sie sich anschließend umarmen, ist sie wohl nach seinen Wünschen.

Meinen Zeitplan habe ich längst aus den Augen verloren. Es ist wohl inzwischen halb zehn. Die Unterhaltung schreitet gut voran, im Foyer werden schon Fotos gemacht, teilweise sehr erotische Bilder von einer jungen Frau im brustfreien Abendkleid, die sich gerne den Fotografen präsentiert. Ist wirklich lecker anzusehen.

Dirk von „zweite Haut“ hat in der Zwischenzeit auf dem Billardtisch einige Dessous, Korsetts, Hüfthalter und Strümpfe ausgebreitet. Klar, für mich ist wieder nichts dabei. Kindergröße führen die wohl nicht. Andere sind mit der Auswahl aber wohl zufrieden und haben auch hübsche Sachen gekauft.

Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt. Es wird viel gelacht und erzählt, die Zeit vergeht wie im Fluge. Schnell ist es Mitternacht. Das Bistro leert sich. Von anfänglich sicher 60 Teilnehmern ist die Hälfte noch da, aber die sind richtig gut gelaunt. Bevor nun alle in den High-Heels zusammenbrechen und wegen der Enge der Korsetts kein Bier mehr Platz hat, bittet Pitter die Damen zum Gruppenfoto. Dem Aufruf wird nach einigem Zögern gefolgt und ca. 15 Damen stellen sich zum gemeinsamen Foto auf. Es wird fotografiert, was das Blitzlich hergibt.

Um eins entschließen wir uns auch nach Hause zu fahren. Die Füße wollen mich nicht mehr tragen, das Korsett ist schon gelockert. Eine Verabschiedungsorgie ist unvermeidlich und wird exzessiv durchgeführt. So herzlich bin ich schon lange nicht in fast unbekannter Runde aufgenommen worden.

Es war ein rundum gelungener Abend, ich hab mich wohl gefühlt und freue mich auf das nächste Mal.

Peter ist schuld:

Lange bevor ich in Uschi’s Leben stolperte, hatte meine Kleine sich irgendwann einmal im Ausverkauf bei B.A.T. Use ein Korsett gekauft, es zwei- dreimal kurz getragen und dann in den unendlichen Tiefen eines Frauenkleiderschranks versenkt. Vor ungefähr anderthalb Jahren tauchte  ich  dann auf, und so nach und nach kam zusammen mit einigen anderen „unzüchtigen“ Kleidungsstücken auch das Korsett wieder zum Vorschein.

Einfach klasse sah meine Kleine in dem Teil aus, und eigenartigerweise fühlte sie sich jetzt auf einmal auch wohl darin. Vielleicht hatte ihr bei den früheren Trageversuchen einfach nur der Zuspruch gefehlt? Schnell tauchten natürlich die ersten Fragen auf: wie weit sollte man als Anfängerin ein Korsett schnüren, wie lange soll man es tragen, und so weiter.

Auf der Suche nach Antworten lernten wir in einem Forum die Sigi und den Peter kennen, die auch hier bei den Korsett- und Nylonfreunden aktiv sind. Schon nach kurzer Zeit lernten wir die beiden persönlich kennen, und wurden direkt vom Peter verhaftet: „Ende Januar haben wir in Köln Stammtisch von den Korsett- und Nylonfreunden, da kommt ihr auch!“ ordnete er in seiner unnachahmlichen Weise an, die jeden Widerspruch im Keim ersticken lässt.

Am Mittwoch vor dem Stammtischtermin tauchte dann mal  wieder eins der frauenspezifischen Probleme auf: ‚was zieh’ ich bloß an?’ Wochenlang hatte sie ihr Korsett täglich getragen, erst eine Stunde, dann immer länger. Jeder Zentimeter, den sie es enger schnüren konnte, wurde mir stolz berichtet, und jetzt steht sie vor dem Kleiderschrank, und kramt alles Mögliche hervor. Nur ihrem Korsett schenkt sie keine Beachtung.

Sicher, wir Männer haben es kleidungstechnisch einfacher: braune Schuhe, grüne Socken mit Loch, Jeans, Hemd (nur vorne gebügelt) und rotes Sakko. Schon sind wir schön. Meinen wir.

Uschi hatte sich zugegebenermaßen mehr Mühe gegeben:

High-Heels, schon alleine weil die Uschi 40 cm kleiner ist als ich. Dann die Nylons (Schatz, dreh mir mal die Naht richtig. – Aber klar doch. So, jetzt ist das gerade. Öhhmmm, ich hatte wohl raue Hände. Hier ist so’n Loch…) Mieder mit Strumpfhaltern, Rock, dünner Pulli. Als Krönung des Ganzen dann noch ein Tussi-Taillenmieder, das wohl irgendwann einmal eine Bauchbinde von einem Neopren-Taucheranzug war. Grauenhaft.

Glücklicherweise kam es, wie es immer kommt. Vor dem Spiegel gefiel Frau sich nicht, mein Kommentar (er beinhaltete die Worte Speckröllchen und Michelinmännchen) tat sein übriges, und stöckelt Uschi erneut zu besagtem  Frauenkleiderschrank. Hatte ich zum Ankleiden und für diverse Arbeiten im Bereich Sanierung großzügig eine Stunde kalkuliert, kamen wir jetzt schon in Zeitnot. Und die Frau war inzwischen wieder fast nackt!!

Der zweite Ankleideversuch war jedoch erfolgreicher, obwohl eigentlich nur die neoprenähnliche Bauchbinde gegen das Korsett getauscht worden war. Ich war begeistert. Es hatte den Anschein, dass wir doch noch pünktlich aus dem Haus kommen.

Hätte ich zu diesem Zeitpunkt geahnt, dass mich das „Ich-gefalle-mir-so-nicht-Drama“ nach der ersten Schminkprozedur erneut erwartet, - ich hätte mich hinter den nächsten Zug geworfen.

Nachdem ich dann noch ca. zwölfmal die 42 Treppenstufen bis in unser Schlafzimmer hochgeklettert war, um etwas zu holen das Uschi in der Hektik vergessen hatte, waren wir dann irgendwann doch startklar, und nach einer dreiviertel Stunde Fahrtzeit kamen wir mit ca. einer Stunde Verspätung (ich hab mich nicht verfahren, das Navi ist schuld) endlich im Bistro Nobis in Köln an, wo wir durch Peter und Wolle herzlich begrüßt wurden. Hier fühlte ich mich auf Anhieb wohl: Damen in Korsetts und Nylons wohin das Auge blickte! Es hat schon seine Berechtigung, wenn man vom schönen Geschlecht spricht…

Schnell hatten wir Kontakt gefunden, und stillten unseren Wissensdurst. Aber kaum warm geworden, unterbrach Wolle dann unseren Smalltalk. Er hatte einen Stuhl erklommen (sehen und gesehen werden), und traktierte ein Blechtablett mit einem Kochlöffel, um die ungeteilte Aufmerksamkeit der inzwischen ca. sechzig Anwesenden auf sich zu lenken. Mit gutem Grund, denn es gab zwei Sachen zu feiern:

Susi hatte an diesem Tag einen runden Geburtstag, und wurde von den Stammtischlern beschenkt, gedrückt, von allen Anwesenden besungen und gefeiert.

Kaum war der letzte Ton des Geburtstagsständchens verklungen, drängte Wolle schon zum eigentlichen Höhepunkt des Abends: er räumte seinen Platz für einen jungen Mann, der seiner Freundin nach altem Brauch mit einem großen Strauß Rosen bewaffnet auf den Knien einen Heiratsantrag machte. Die Antwort der Angebeteten ging in minutenlangem Applaus unter, aber in ihrem Gesicht war eindeutig zu lesen, dass kein ablehnender Bescheid erteilt wurde. Den Beiden an dieser Stelle nochmals viel Glück!

So langsam kam die Party richtig in Schwung: im Foyer wurden bei  diversen Fotosessions Korsetts und Nylons in’s richtige Licht gesetzt, im Nebenraum hatte Dirk von 2te Haut auf dem Billardtisch Korsetts, Strumpfgürtel und Nylons aus seiner Kollektion ausgebreitet. Hier wurde anprobiert und geschnürt, was das Zeug hält! Für Menschen unter Parkuhrmaß war natürlich mal wieder nichts dabei – Uschi ging leer aus.. Korsetts in Kindergrößen sind offensichtlich selten…

Zum Abschluss rief Peter dann noch alle Damen zum Gruppenfoto in’s Foyer. Hier konnte die Uschi dann endlich auftrumpfen: die Kleinen kommen auf Bildern halt immer nach vorne. Aber trotzdem waren die  Damen und ihre wunderschönen Korsetts in allen nur denkbaren Farben und Formen auf der Treppe aufgereiht eine wahre Augenweide.

Noch etwas Gutes hatte der Abend: er war lehrreich. Und zwar in Sachen preiswerte Ernährung. Frauchen hat einen leckeren Salat vor sich stehen, Männe hat auch Appetit. Frauchen will aber nichts abgeben. Flugs beim Frauchen die Schleife geöffnet, das Korsett zwei, drei Zentimeter enger geschnürt, und schon kann Männe den Löwenanteil des Salats vertilgen. So gesehen bei Martina und Armin.

 Für mich war es ein Abend, an dem alles passte, mit Ausnahme meiner grünen Socken natürlich.

Schönen Gruß an die Korsett- und Nylonfreunde: Ihr seid es selber schuld, ich komme wieder!

Arthur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies ist der unumstößliche Beweis:

Frauen reden nicht nur doppelt so viel, sie schreiben auch doppelt so viel!

Arthur