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Uschi
erzählt:
Es
ist soweit. Samstag, 28. Januar 2006. Unsere erste Teilnahme am
Stammtisch der Korsett- und Nylon-Freunde steht bevor. Seit wir
vor ein paar Wochen das erste Mal von diesem Treffen gehört haben
ist mir klar: da müssen wir hin.
Mein
rotes und einziges Korsett liegt nun nicht mehr nur in der
Schublade und wartet geduldig auf besondere Momente, sondern wird
nun täglich für 1 – 2 Stunden an und von mir geschnürt, zur
Gewöhnung. Es ist mir zwar zu lang – ich gestehe: es ist von
der Stange – aber das ist für den Anfang nicht so schlimm. Zum
Ausgleich ist es mir im letzten halben Jahr zu eng geworden, was
natürlich mehr als schlimm ist.
Doch
ich bin gewappnet. Kurz entschlossen entscheide ich letzte Woche,
dass ich es einfach nicht anziehen werde. Es gibt ja keinen
Dresscode.
Mein
Outfit ist geplant und liegt bereit. Der kurze Pepita-Rock muss es
sein. Der weiße Hüfthalter, schwarze Nahtnylons und schwarze
High-Heels sind klar. Darüber ein enger weißer Pulli und
einschwarzes Taillenmieder. Nicht zum Schnüren, dafür aber höchst
elastisch. Das muss sein. Der passende Blazer zum Rock liegt auch
schon parat.
Die
Kids sind untergebracht, der Abend ist unser. Da kann doch nichts
mehr schiefgehen.
Da
dä Pitter meine SMS mit der Frage, wie das Essen im Bistro Nobis
ist, erfolgreich ignoriert und auch nicht mehr online ist,
beschließen wir, dass eine der heimischen Pommesbuden für unser
Abendessen zuständig ist. Arthur erklärt sich bereit das Essen
zu holen.
Ich
hab’ alles im Griff. Um 18 Uhr muss ich unter die Dusche, dann
bin ich pünktlich zur geplanten Abfahrt um 19 Uhr fertig gestylt.
Ankunft in Köln soll ca. 19:30 Uhr sein. Perfekt. Immer mit der
Ruhe.
Ich
sitze noch gemütlich strickend auf der Couch und gucke
Skispringen. Es ist 17:15 Uhr, als Arthur sagt: „Um 5 fahr ich
zur Pommesbude, sonst wird es zu spät.“ Mmpf!!!
„Ähhh Schatz, es ist schon viertel nach 5“. „Oh….“,
sagt er und spielt weiter am PC. Noch hab’ ich alles im Griff.
15
Minuten später…. Er muss nur noch das Spiel speichern…. Mmpf!!! Immer mit der Ruhe!
Die
Duschreihenfolge ist klar. Erst meine Tochter, dann essen, dann
muss ich duschen, dann Arthur. Es ist doch erst 17:40….
Um
18:05 stehen die Fleischrollen mit Pommes auf dem Tisch. Muss ich
halt schneller essen, oder schneller duschen. Immer mit der Ruhe.
18:20:
ich stehe unter der Dusche
18:35:
ich warte, dass Arthur begutachtet, ob meine Haare anständig
geschnitten sind. Aber er ist noch unter der Dusche.
18:45:
endlich kann ich mich anziehen Wäsche, Nylons, Rock, Pulli.
Perfekt. Nun die Miederhäkchen. „Arthur hilf!“ Es ist fast
sieben. Immer mit der Ruhe.
Tief
durchatmen. Nee, dann geht das Mieder nicht zu. Fertig. Na also,
geht doch.
Mmh,
die Schuhe sind sehr eng. Ob ich nicht doch lieber die grauen
anziehen soll? Kein Problem. Ich hab’ alles im Griff. Nur die
Naht sitzt noch schief. „Arthur hilf!“. Danke. Bin gleich
fertig.
Nur
noch fönen. Erst mal den Haarschaum einkneten und jetzt
schminken. Das dauert nicht lange. Bin von natur aus schön genug.
Obwohl….. ein bisschen blass bin ich schon. Na gut. Dann ein
wenig Make-Up, Puder, Rouge…..
Schnell
den Pony fönen, sonst kleistert der Festiger so…..
Es
ist 19:15. Lidstrich, Wimperntusche, Lippenstift. Fertig. Geht
doch. Ein Blick an mir runter „Aaaahhhhhh,
die Strümpfe ziehen Fäden! Arthur, was hast du getan?“ Schnell
jage ich ihn ins Schlafzimmer Ersatzstrümpfe holen. Die kommen in
die Tasche, falls aus den gezogenen Fäden Laufmaschen werden.
Fertig!
„Wie
siehst du denn aus? Hast du dich gebückt, das Mieder rollt sich
ein. So kannst du nicht gehen!“ Mmpf!!!
Charmant wie immer. Aber ich hab alles im Griff. Es ist knapp halb
acht.
„Schaaatz,
holst du mir dann doch das rote Korsett…..“ Nur jetzt keine
Panik. Hilfe, wo ist mein Asthma-Spray? „Schaaaatz…“
Schnell
und locker schnüren, sonst kann ich mich im Roadster nicht
setzen. Vielleicht noch ein paar flache Ersatzschuhe mitnehmen?
„Raus jetzt!“ Warum ist er denn auf einmal so grantig?
Gut,
dass das neue Navigationssystem schon programmiert ist. Es ist
19:35, ich sitze im Auto. Arthur auch. Und das Navi fragt nach der
CD. Die ist noch drinnen. Als wir losfahren ist es 19:40. Geht
doch. Sind wir eben erst kurz nach acht da. Ich wollte sowieso
nicht bei den ersten sein.
Der
Weg nach Köln ist nicht so weit. Obwohl wir bisher den Weg zur
Autobahn auch immer ohne technische Hilfsmittel gefunden haben,
lauschen wir doch interessiert der netten Stimme, die uns nach
rechts und links und dann 12 km geradeaus weist. Wunderbar. Aber
ich unterhalte mich dann doch lieber mit Arthur. Wirklich wichtig
ist doch, ob ich gut aussehe und die Haare liegen und der Rock
auch nicht zu kurz ist. Sollte ich mich vielleicht nochmal
umziehen? Arthur’s Blick sagt mir, dass dies kein guter
Vorschlag ist. Na gut, muss er halt so mit mir Vorlieb nehmen.
Um
20:13 spricht die Stimme aus dem Radio schließlich zu uns: „Sie
sind am Ziel angekommen.“. Super. Wir feiern im Wald, scheinbar.
Denn außer Straße sehen wir nur Büsche und Bäume. Und in Niehl
sind wir auch nicht. Komisch.
Fahren
wir doch die Neusser Landstraße noch ein Stückchen geradeaus,
und mal links. Falsch. Wieder zurück. Mal in der anderen Richtung
gucken, vielleicht waren wir zu weit? Falsch. Nochmal wenden. So,
jetzt fahren wir einfach weiter bis wir Köln Niehl gefunden
haben. Immer mit der Ruhe. Wenigstens haben wir schon gegessen.
20:30:
da ist der Ortseingang Niehl. Endlich. Und die Einfahrt links
scheint zum Bistro zu führen. Nicht ganz, wie der Parkplatzwächter
uns sagt, aber eine Einfahrt weiter sind wir richtig. Na also,
geht doch.
Einen
Parkplatz haben wir schnell gefunden. Das ist normal bei Arthur,
meistens stehen wir direkt vor dem Eingang, aber da hat Pitter
sich natürlich hingepflanzt. Obwohl das Kopfsteinpflaster mit den
High-Heels nicht ideal ist, meckere ich nicht. Bin ja froh, dass
wir angekommen sind.
Weil
es doch recht kalt ist draußen, verzichten wir vorerst auf das
enger schnüren. Das holen wir gleich drinnen nach.
Wir
sind noch nicht ganz im Foyer angekommen, da hat dä Pitter uns
schon entdeckt, obwohl es schon ziemlich voll ist. Ehrlich, das
Bistro hab ich mir größer vorgestellt und vor allem dunkler. Oh
Mann. Das ist aber keine ideale Beleuchtung für mein Alter. Ob
ich nicht doch nochmal…..
Zu
spät. Herzlich werden wir von Peter und Sigi begrüßt und auch
sofort Andrea und Wolle vorgestellt. Ich weiß gar nicht wohin ich
zuerst gucken soll, aus meiner Höhe sieht man sowieso nicht so
viel. Da hat der Lange es leichter. Dafür darf er jetzt meinen
Mantel weghängen. An die Haken komm ich mal wieder nicht dran.
Ich weiß schon, warum ich mir so einen großen Mann ausgesucht
habe.
Der
ist auch sofort ins Gespräch gezogen worden und vergisst fast bei
meinem Korsett nochmal zu ziehen. So geht das nun nicht. Die
Frauen sind hier schließlich die Hauptpersonen und wenn ich mich
so umsehe, gibt es hier mindestens einen, der das so richtig
findet und sich selbst in Damenkleidung reichlich Aufmerksamkeit
holt.
Schon
wieder bekannte Gesichter. Ich lass’ Arthur einfach stehen und
begrüße Susi, die ich von Fotos aus einem Forum kenne. Auch sie
hat uns sofort erkannt. So kommen wir ganz einfach und locker ins
Gespräch. Ist nett hier.
Viele
hier kennen sich wohl schon und unterhalten sich intensiv. Nach
ein wenig small-talk gehe ich zu Arthur zurück und guck mir die
Frauen genauer an. Große, kleine, dicke, dünne und fast alle im
Korsett. Irgendwie sieht das bei jeder Frau gut aus. Sigi hat sich
in ein ganz besonderes Teil geschnürt. Wunderschön in schwarz,
all-over mit Pailletten bestickt. Ihre Taille lässt mich mal
wieder vor Neid erblassen. Aber auch viele andere sind
beneidenswert geschnürt.
Inzwischen
weiß ich, dass es gar nicht einfach ist, so einen ganzen Abend
durchzustehen. Das hinsetzen fällt mir schwer, aber den ganzen
Abend stehen tut den Füßen nicht gut.
Mein
Blick wird von einem super Décolleté magisch angezogen. Das muss
Marianne sein, von ihr haben wir auch schon gehört. Ob Arthur das
schon gesehen hat? Mmh, wohl nicht, er ist mit Stefan ins Gespräch
vertieft. Später werde ich ihn nochmal drauf aufmerksam machen.
Ich
beobachte die Beine der Damen. Tolle Schuhe, viele High-Heels in
schwarz, aber auch in rot oder mit Plastikeinsätzen und natürlich
Stiefel. Fast jede trägt Nylons. Die meisten in schwarz, viele
mit Naht. Tolle Aussichten. Ausnahmsweise interessieren mich die Männer
mal gar nicht. Und im Griff habe ich schon längst nichts mehr.
Meine
Betrachtungen werden von Wolle unterbrochen, der zwei offizielle
Punkte abhaken will. Er steht für alle sichtbar auf einem Stuhl
und trommelt auf ein
Tablett. Die Geräuschkulisse verstummt nur langsam, aber schließlich
ist Ruhe eingekehrt und Wolle gratuliert Susi zum Geburtstag. Sich
einschmeichelnd macht er sie rasch 10 Jahre jünger, aber Susi
macht wohl keinen Hehl daraus, dass sie nun auch die 40 erreicht
hat. Warum auch. Wir sind doch alle noch jung und gut erhalten.
Wolle überreicht ihr ein Geschenk und die ganze Gesellschaft
singt Susi ein Geburtstagslied. Die Stimmung ist gut.
Der
zweite Programmpunkt ist ein Heiratsantrag. Damit die Braut nicht
merkt um was es geht, fordert Wolle alle auf sich zu stellen. Die
Damen dürfen sich sofort setzen, alle Herren mit nur einer
Berufsausbildung dürfen sich auch setzen. Schließlich sollen nur
die Maurer stehen bleiben. Nach dem Auswahlverfahren bleibt ein
junger Mann alleine etwas im Hintergrund stehen. Seine Freundin
soll dazu kommen. Schließlich steht der junge Mann etwas verlegen
mit einem eingewickelten Blumenstrauß in der Hand auf Wolles
Stuhl und das Mädel schüchtern daneben. Nachdem der Strauß sich
als rote Rosen entpuppt, macht er ihr mit einem Kniefall einen
Heiratsantrag. Im Beifallstaumel kann ich die Antwort nicht
verstehen, Aber da sie sich anschließend umarmen, ist sie wohl
nach seinen Wünschen.
Meinen
Zeitplan habe ich längst aus den Augen verloren. Es ist wohl
inzwischen halb zehn. Die Unterhaltung schreitet gut voran, im
Foyer werden schon Fotos gemacht, teilweise sehr erotische Bilder
von einer jungen Frau im brustfreien Abendkleid, die sich gerne
den Fotografen präsentiert. Ist wirklich lecker anzusehen.
Dirk
von „zweite Haut“ hat in der Zwischenzeit auf dem Billardtisch
einige Dessous, Korsetts, Hüfthalter und Strümpfe ausgebreitet.
Klar, für mich ist wieder nichts dabei. Kindergröße führen die
wohl nicht. Andere sind mit der Auswahl aber wohl zufrieden und
haben auch hübsche Sachen gekauft.
Die
Stimmung ist auf dem Höhepunkt. Es wird viel gelacht und erzählt,
die Zeit vergeht wie im Fluge. Schnell ist es Mitternacht. Das
Bistro leert sich. Von anfänglich sicher 60 Teilnehmern ist die Hälfte
noch da, aber die sind richtig gut gelaunt. Bevor nun alle in den
High-Heels zusammenbrechen und wegen der Enge der Korsetts kein
Bier mehr Platz hat, bittet Pitter die Damen zum Gruppenfoto. Dem
Aufruf wird nach einigem Zögern gefolgt und ca. 15 Damen stellen
sich zum gemeinsamen Foto auf. Es wird fotografiert, was das
Blitzlich hergibt.
Um
eins entschließen wir uns auch nach Hause zu fahren. Die Füße
wollen mich nicht mehr tragen, das Korsett ist schon gelockert.
Eine Verabschiedungsorgie ist unvermeidlich und wird exzessiv
durchgeführt. So herzlich bin ich schon lange nicht in fast
unbekannter Runde aufgenommen worden.
Es
war ein rundum gelungener Abend, ich hab mich wohl gefühlt und
freue mich auf das nächste Mal. |
Peter ist schuld:
Lange bevor ich in Uschi’s Leben stolperte, hatte meine
Kleine sich irgendwann einmal im Ausverkauf bei B.A.T. Use ein
Korsett gekauft, es zwei- dreimal kurz getragen und dann in den
unendlichen Tiefen eines Frauenkleiderschranks versenkt. Vor ungefähr
anderthalb Jahren tauchte ich dann auf, und so nach und nach kam zusammen mit einigen
anderen „unzüchtigen“ Kleidungsstücken auch das Korsett
wieder zum Vorschein.
Einfach klasse sah meine Kleine in dem Teil aus, und
eigenartigerweise fühlte sie sich jetzt auf einmal auch wohl
darin. Vielleicht hatte ihr bei den früheren Trageversuchen
einfach nur der Zuspruch gefehlt? Schnell tauchten natürlich die
ersten Fragen auf: wie weit sollte man als Anfängerin ein Korsett
schnüren, wie lange soll man es tragen, und so weiter.
Auf der Suche nach Antworten lernten wir in einem Forum die
Sigi und den Peter kennen, die auch hier bei den Korsett- und
Nylonfreunden aktiv sind. Schon nach kurzer Zeit lernten wir die
beiden persönlich kennen, und wurden direkt vom Peter verhaftet:
„Ende Januar haben wir in Köln Stammtisch von den Korsett- und
Nylonfreunden, da kommt ihr auch!“ ordnete er in seiner
unnachahmlichen Weise an, die jeden Widerspruch im Keim ersticken
lässt.
Am Mittwoch vor dem Stammtischtermin tauchte dann mal
wieder eins der frauenspezifischen Probleme auf: ‚was
zieh’ ich bloß an?’ Wochenlang hatte sie ihr Korsett täglich
getragen, erst eine Stunde, dann immer länger. Jeder Zentimeter,
den sie es enger schnüren konnte, wurde mir stolz berichtet, und
jetzt steht sie vor dem Kleiderschrank, und kramt alles Mögliche
hervor. Nur ihrem Korsett schenkt sie keine Beachtung.
Sicher, wir Männer haben es kleidungstechnisch einfacher:
braune Schuhe, grüne Socken mit Loch, Jeans, Hemd (nur vorne gebügelt)
und rotes Sakko. Schon sind wir schön. Meinen wir.
Uschi hatte sich zugegebenermaßen mehr Mühe gegeben:
High-Heels, schon alleine weil die Uschi 40 cm kleiner ist
als ich. Dann die Nylons (Schatz, dreh mir mal die Naht richtig.
– Aber klar doch. So, jetzt ist das gerade. Öhhmmm, ich hatte
wohl raue Hände. Hier ist so’n Loch…) Mieder mit
Strumpfhaltern, Rock, dünner Pulli. Als Krönung des Ganzen dann
noch ein Tussi-Taillenmieder, das wohl irgendwann einmal eine
Bauchbinde von einem Neopren-Taucheranzug war. Grauenhaft.
Glücklicherweise kam es, wie es immer kommt. Vor dem
Spiegel gefiel Frau sich nicht, mein Kommentar (er beinhaltete die
Worte Speckröllchen und Michelinmännchen) tat sein übriges, und
stöckelt Uschi erneut zu besagtem
Frauenkleiderschrank. Hatte ich zum Ankleiden und für
diverse Arbeiten im Bereich Sanierung großzügig eine Stunde
kalkuliert, kamen wir jetzt schon in Zeitnot. Und die Frau war
inzwischen wieder fast nackt!!
Der zweite Ankleideversuch war jedoch erfolgreicher, obwohl
eigentlich nur die neoprenähnliche Bauchbinde gegen das Korsett
getauscht worden war. Ich war begeistert. Es hatte den Anschein,
dass wir doch noch pünktlich aus dem Haus kommen.
Hätte ich zu diesem Zeitpunkt geahnt, dass mich das „Ich-gefalle-mir-so-nicht-Drama“
nach der ersten Schminkprozedur erneut erwartet, - ich hätte mich
hinter den nächsten Zug geworfen.
Nachdem ich dann noch ca. zwölfmal die 42 Treppenstufen
bis in unser Schlafzimmer hochgeklettert war, um etwas zu holen
das Uschi in der Hektik vergessen hatte, waren wir dann irgendwann
doch startklar, und nach einer dreiviertel Stunde Fahrtzeit kamen
wir mit ca. einer Stunde Verspätung (ich hab mich nicht
verfahren, das Navi ist schuld) endlich im Bistro Nobis in Köln
an, wo wir durch Peter und Wolle herzlich begrüßt wurden. Hier fühlte
ich mich auf Anhieb wohl: Damen in Korsetts und Nylons wohin das
Auge blickte! Es hat schon seine Berechtigung, wenn man vom schönen
Geschlecht spricht…
Schnell hatten wir Kontakt gefunden, und stillten unseren
Wissensdurst. Aber kaum warm geworden, unterbrach Wolle dann
unseren Smalltalk. Er hatte einen Stuhl erklommen (sehen und
gesehen werden), und traktierte ein Blechtablett mit einem Kochlöffel,
um die ungeteilte Aufmerksamkeit der inzwischen ca. sechzig
Anwesenden auf sich zu lenken. Mit gutem Grund, denn es gab zwei
Sachen zu feiern:
Susi hatte an diesem Tag einen runden Geburtstag, und wurde
von den Stammtischlern beschenkt, gedrückt, von allen Anwesenden
besungen und gefeiert.
Kaum war der letzte Ton des Geburtstagsständchens
verklungen, drängte Wolle schon zum eigentlichen Höhepunkt des
Abends: er räumte seinen Platz für einen jungen Mann, der seiner
Freundin nach altem Brauch mit einem großen Strauß Rosen
bewaffnet auf den Knien einen Heiratsantrag machte. Die Antwort
der Angebeteten ging in minutenlangem Applaus unter, aber in ihrem
Gesicht war eindeutig zu lesen, dass kein ablehnender Bescheid
erteilt wurde. Den Beiden an dieser Stelle nochmals viel Glück!
So langsam kam die Party richtig in Schwung: im Foyer
wurden bei diversen
Fotosessions Korsetts und Nylons in’s richtige Licht gesetzt, im
Nebenraum hatte Dirk von 2te Haut auf dem Billardtisch Korsetts,
Strumpfgürtel und Nylons aus seiner Kollektion ausgebreitet. Hier
wurde anprobiert und geschnürt, was das Zeug hält! Für Menschen
unter Parkuhrmaß war natürlich mal wieder nichts dabei – Uschi
ging leer aus.. Korsetts in Kindergrößen sind offensichtlich
selten…
Zum Abschluss rief Peter dann noch alle Damen zum
Gruppenfoto in’s Foyer. Hier konnte die Uschi dann endlich
auftrumpfen: die Kleinen kommen auf Bildern halt immer nach vorne.
Aber trotzdem waren die Damen
und ihre wunderschönen Korsetts in allen nur denkbaren Farben und
Formen auf der Treppe aufgereiht eine wahre Augenweide.
Noch etwas Gutes hatte der Abend: er war lehrreich. Und
zwar in Sachen preiswerte Ernährung. Frauchen hat einen leckeren
Salat vor sich stehen, Männe hat auch Appetit. Frauchen will aber
nichts abgeben. Flugs beim Frauchen die Schleife geöffnet, das
Korsett zwei, drei Zentimeter enger geschnürt, und schon kann Männe
den Löwenanteil des Salats vertilgen. So gesehen bei Martina und
Armin.
Für mich war es ein Abend, an dem alles passte, mit
Ausnahme meiner grünen Socken natürlich.
Schönen Gruß an die Korsett- und Nylonfreunde: Ihr seid
es selber schuld, ich komme wieder!
Arthur
Dies ist der unumstößliche Beweis:
Frauen reden nicht nur doppelt so viel, sie schreiben auch
doppelt so viel!
Arthur |