Die Laufmasche-Party

 

 

Bevor ich nun über meine Eindrücke von der Laufmasche-Party in Moers berichte, möchte ich es nicht versäumen, die geneigten Leser ein wenig daran teilhaben zu lassen, was ich kurz vor unserer Abfahrt noch alles mitgemacht habe.

Mit Andrea, Lydia, Wolle und Stefan hatten wir abgemacht, dass wir uns um 18:00 Uhr bei uns treffen, um dann gemeinsam zum Nylon-Event des Jahres zu fahren. Eine knappe Stunde vorher machte sich dann Hektik in unserem Haus breit. Wochen vorher stand eigentlich schon fest, was mein Mädchen anziehen würde.. hatte ich eigentlich gedacht....
Aber erstens kommt es anders und zweitens... na ja, Ihr wisst schon...
Ich hatte mich bereits in meinen allerbesten Anzug gezwängt (...ich hab nur den einen) und betrachtete mich skeptisch vor dem Spiegel. Wenn ich den Bauch einzog, sah`s gar nicht mal so Schlecht aus. Ich sollte ein paar Kilo abnehmen.
Immer mit einem nervösen Blick auf die Uhr, eine Zigarette nach der anderen rauchend, wartete ich auf mein Mädel, die noch im Schlafgemach ihr Ankleidungsritual vollzog. Es war verdächtig ruhig da oben und eine innere Stimme sagte mir: "Da stimmt was nicht! Schau lieber mal nach!".
Ich nahm die insgesamt 32 Stufen mit träumerischer Sicherheit. Die Katerchen, die natürlich wieder mal im Weg lagen, wurden dabei nicht verletzt. In den letzten Tagen hab ich hart an mir gearbeitet und dabei meine Kurven- und Ausweichtechnik erheblich verbessert. Alleine schon deshalb, weil Tierärzte doch sehr teuer sind.
Ohne große Zwischenfälle gelangte ich zielstrebig und sicher ins Schlafzimmer. Wieder einmal bot sich mir ein grauenhafter Anblick.

Da stand sie nun, meine beste, halbnackt, nur mit Slip, Strumpfhalter und Nylons bekleidet. Die Kleiderschränke waren leergeräumt und deren Inhalt auf Bett und Boden verteilt. Natürlich wusste sie wieder mal nicht, was sie anziehen sollte. Ich zeigte auf die Uhr, drohte ihr mit mindestens 3 Wochen Liebesentzug und gab alles, um sehr sehr böse dreinzuschauen.
Es schien zu helfen. Danach ging alles ganz schnell. Innerhalb von 20 Minuten hatte sie dann ihr Kleidchen an. Mittlerweile war es 17:50 Uhr. Um es kurz zu machen: Natürlich hatte die beste von allen nicht das angezogen, zu dem sie sich noch vor Wochen entschieden hatte. Aber sexy und ausgesprochen hübsch fand ich es allemal.
Sie ist und bleibt nun mal meine Traumfrau!
Halbwegs pünktlich starteten wir dann in Richtung Autobahn (pünktlich schaffen wir es eigentlich nie! Unser besonderer Dank gilt hier Stefan und Lydia!).
Ein Danke auch an die beiden PS-starken Raketen der Marken Ford und Audi und der linken Autobahnspur.
Gerade noch rechtzeitig schlugen wir dann in Moers ein.
Christian und Martina (die beiden Mac`s aus "mal hier mal da" und ohne festen Wohnsitz) kamen kurz darauf.
Nun war unsere Truppe komplett.

Das sich meinen himmelblauen Augen (..die übrigens nicht lügen können) bereits am Eingang bot, ist kaum in Worte zu fassen. Beine, Nylons, High Heels, wunderschöne Kleider und Outfits. Die Lady`s hatten sich allesamt grosse Mühe gegeben.
Ääähm... Was Ihre Begleiter anhatten, ist mir nicht so aufgefallen, aber ich denke, sie alle waren auch dementsprechend festlich gekleidet.

Dann war es soweit. Die Pforten wurden geöffnet. Mein Herz beschleunigte den Schlag auf das doppelte. Wir wurden alle einzeln persönlich von Ulrike und Uwe Fülleborn, den Veranstaltern und Herausgebern der "Laufmasche" sehr nett und freundlich begrüßt.
Jedes Paar wurde außerdem mit den beiden zusammen zur Erinnerung von einem Fotografen abgelichtet.
Anschließend lud man auf dem Innenhof zum Sektempfang.
Ohne die inneren Räumlichkeiten gesehen zu haben, waren wir alle begeistert vom stilvollen Ambiente. Es passte einfach alles.
Besonders auch hervorzuheben sind sicherlich das hervorragende und freundliche Personal, das erstklassige und reichliche Buffet und der Mann an der Musik.
Es war einfach alles perfekt!
Ca. 140 Menschen hatten sich eingefunden, um an diesem Abend teilzunehmen.
Natürlich lag das Hauptaugenmerk auf den Damen, die allesamt eine Augenweide waren. Mein geschulter Blick "scannte" alle in höchster Auflösung. Schwindelerregende High Heels, wunderschöne nylonbestrumpfte Beine. Überall "blitzte" es, wobei mit "blitzen" nicht das fotografieren gemeint ist.
Ich fühlte mich wie im 7. Himmel, obwohl meine Nackenmuskulatur doch sehr beansprucht wurde und mich mit leichten Schmerzen für meine hektischen Kopfbewegungen bestrafte. Im nächsten Jahr werde ich vorbeugen und eine Halskrause tragen.

Nach dem gegenseitigen beschnuppern und kennenlernen auf dem Hof gings dann in die Innenräume. Das sehr fleißige Personal sorgte stets dafür, dass wir niemals im trockenen saßen. Die Bewirtung war ausgezeichnet.
Ein Höhepunkt des Abends war sicher das ausgezeichnete Buffet und mein Sigilein war spätestens jetzt in Ihrer Meinung bestätigt, kein Korsett angezogen zu haben.
Ihr kleiner Magen ließ Vorspeise, Hauptgericht, Salat und Nachspeise, dazu noch Getränke ohne zu meckern über sich ergehen. Mit einer eng geschnürten Taille wäre das sicherlich nicht möglich gewesen.
Ich musste schon nach kurzer Zeit den Gürtel meiner Hose lockern. Keine Ahnung, woran es lag. Die Hose wurde im Bund plötzlich um einiges enger. Beim nächsten Mal werde ich für Notfälle meine alte ausgeleierte Jogginghose mitnehmen.
Dann kam, irgendwann einmal, was kommen musste. Im Nebenraum legte der DJ die erste Platte auf.
Ich riss meine Frau vom Platz und schleppte sie auf die Tanzfläche (äähm... oder wars doch umgekehrt???).
Ich positionierte mich inmitten des grellen, bunten und zuckenden Scheinwerferlichts. Ein kurzer Blick zum Discjockey und ich war in dichten Nebel gehüllt. Endlich sah ich die Gelegenheit, mir Jacke und Krawatte gekonnt vom Körper zu reißen und warf sie in die kreischende Menge.
John Travolta wäre in diesem Moment vor Neid erblasst.
Nachher musste ich viele Autogramme schreiben. Es viel mir nicht besonders leicht, da man mich mit Händen und Füssen an einen Stuhl gefesselt hatte.
Unter Drohung der Todesstrafe hatte man mich davon überzeugt, auf diese Showeinlagen zu verzichten.
So betätigte ich mich nebenberuflich als Kellner, nahm Bestellungen auf, ging zur Theke und kam mit einem überfüllten Tablett wieder zurück.
Nun ja, ich hätte mehr auf meine Füße achten sollen und besonders auf die Stufe, die plötzlich da war.
Ich könnte heute noch schwören, sie vorher nie gesehen zu haben, diese verdammte Stufe!!!
Sie bremste meinen zielstrebigen Gang abrupt ab und bereitete mir massive Gleichgewichtsstörungen. Ausgerechnet die gefüllten Biergläser folgten der Erdanziehungskraft und kippten dabei um.
Mein Hemd war sehr saugfähig und nahm die gesamte Flüssigkeit gierig in sich auf. So konnte ich schlimmeres vermeiden und andere Personen wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Nachdem man mir ein starkes Beruhigungsmittel gespritzt hatte, fesselte man mich wieder für den Rest des Abends an einen Stuhl.
Obwohl ursprünglich und verständlicherweise absolutes Fotografierverbot herrschte, hatte ich trotzdem, wie viele andere auch, meine Kamera mitgenommen.
Im Laufe des Abends dann wurde diese Regel mit Zustimmung der Veranstalter ein wenig gelockert und wir baten unsere Mädels für ein paar Erinnerungsfotos auf den Innenhof.
Dabei ist dann auch das folgende Foto unserer Frauen entstanden:

Von links nach rechts:

LYDIA, MARTINA, ANDREA, SIGRID

Da ich befürchte, dass niemand der geneigten Leser(innen) sich für ein Bild von uns Kerlen interessiert, habe ich auch keins gemacht, um keinen unnötigen Speicherplatz zu verschwenden.

Was wäre sonst noch zu erwähnen?
Wir beide (Sigrid und ich) bereuen es, nicht schon an den vorherigen Nylonpartys teilgenommen zu haben.
Es war ein wunderbarer Abend. Viele neue Kontakte wurden geknüpft, aber auch alte Bekannte haben wir getroffen.
An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank den Veranstaltern, Ulrike und Uwe Fülleborn und ihrem gesamten Team, die mit viel Liebe und Mühe dazu beigetragen haben, dass dieser Abend ein voller Erfolg war.
Für uns steht jetzt schon fest, das wir im nächsten Jahr wieder dabei sein werden.
Was meine vorangegangenen Zeilen angeht, so sind sie (wie immer) nicht ganz so tierisch ernst zu nehmen.

In diesem Sinne.....

Peter