Unter Druck

Oder... Wie macht man ungestört Fotos

Die Blicke unseres geschätzten Webmasters und heimlichen Präsidenten wurden von Treffen zu Treffen immer grimmiger.

Es bedurfte keiner großen Worte von ihm, was er uns damit sagen wollte (oder hab ich`s etwa alles nur geträumt??? )

Ich versuche hier einfach mal, diese Blicke, die ansonsten seiner besseren Hälfte gegenüber so flehentlich und lieb sein können, in Worte zu fassen:

"Peter, Du fauler Beamter. Beteilige Dich endlich mal kreativ an unserer HP! Ansonsten wird eine sehr empfindliche Ordnungsstrafe verhängt! Grrrrrrrr

Nun, es musste was getan werden, damit ich wieder in der Gunst von allen stehe.

Da ich mich nicht unbedingt zu denjenigen zähle, die Meister des geschriebenen Wortes sind (Wolle, Stefan und Christian können das viiiiiel besser!) und meine fachlichen Kompetenzen in Bezug auf Korsetts und Nylons etc. auch nicht vom Feinsten sind (...können übrigens die vorgenannten Personen auch viiiiiel besser!), entschloß ich mich, die "beste Ehefrau von allen" (jaja ich weiss.. Das ist von E. Kishon) zu zwei knallharten und anstrengenden Fotoshootings zu überreden.

"Überreden" ist der falsche Ausdruck. Sie machte bereitwillig mit.

So wollte ich meinen längst überfälligen Beitrag zur HP leisten.

Aber wie es nun so mal ist.... Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Paar Schuhe (...oder High Heels?). Unser Vorhaben gestaltete sich doch schwieriger, als wir uns das gedacht hatten.

Hübsche Bilder als Laie zu machen ist das eine Problem.

Die Auswahl von Zeitpunkt und Ort leider das andere.

Wir sind stolze Besitzer eines alten aber noch bewohnbaren Hauses (an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an unsere Bank) mit Hofeinfahrt und einer recht großen Anlage dahinter.

Aus zwei Gründen kam die Anlage für ein Freiluft-Fotoshooting nicht in Frage:

  1. Wir sind keine Anhänger von englischem Rasen und was die Gartenarbeit angeht, auch nicht besonders fleißig. Die geschätzten Leser stellen sich bitte jetzt einmal die totale Wildnis vor. Natur pur eben, also unbehandelt. 
  2. An unseren Gartengrenzen befinden sich mehrere andere gepflegte Grundstücke. Umzingelt von begeisterten Hobbygärtnern wollte ich nun doch nicht zur Kamera greifen, um dann vor ihren neugierigen Blicken meine Frau in Nylons und Korsett abzulichten. Die denken doch immer noch, mein Sigilein steht auf Strumpfhosen und Schiesser-Doppelripp. Außerdem wäre die Verletzungsgefahr beim Rasenmähen und Unkrautjäten zu groß gewesen.

Lange Rede, kurzer Sinn..... es kam also nur unser alter Hof in Frage!

Der Tag X war gekommen. Sigi und ich hatten ausnahmsweise mal gemeinsam frei und das Wetter spielte auch einigermaßen mit.

Nun musste es schnell gehen. Das Tor wurde abgeschlossen, die Türklingel abgestellt und alle Telefonstecker aus den Wänden gerissen.

Ich, ein Meister der Fotographie, darf in meiner schöpferischen Phase durch nichts gestört und aufgehalten werden.

Die Sicherheitsmassnahmen waren aber auch hauptsächlich wegen unserem Sohnemann. Er scheint ein übersinnliches Gespür dafür zu haben, uns immer in den unmöglichsten Situationen zu überraschen. Bei ihm weiß man nie, wann, oder ob er überhaupt nach Hause kommt.

Schnell wurden noch sämtliche Türen und Fenster von innen mit Brettern vernagelt, Tretminen ausgelegt und Selbstschussanlagen installiert. Schliesslich ist der Papa ja ein perfekter Hobby-Heimwerker. 

Gelernt ist eben gelernt.

Es konnte endlich losgehen. Unser Haus glich einer Festung; war sicherer als das berühmte Fort Knox.

Die Auswahl der Outfits überließ ich natürlich Sigi. Einzigste Bedingung: Nylons, Straps, Heels, etc. Man(n) gönnt ich ja sonst nix, gell?

So sind denn innerhalb von 2 Stunden ca. 250 Fotos entstanden. Mal mit und mal ohne Strumpfrand, mal auf oder neben meinem Motorrad (..übrigens eine Idee meiner Frau). Aber leider auch mal mit unseren beiden Katerchen, die der Knips-Aktion neugierig zuschauten und hier und da mal durchs Bild huschten. 

Voller Wut über die vermasselten Aufnahmen mit Katze(n) hab ich die beiden Tiger immer wieder verjagt. Doch davon ließen sich die Bestien nicht sonderlich beeindrucken. Ein teuflicher Gedanke kam in mir hoch. Sigrid schien zu erahnen, was ich vorhatte und strafte mich mit verachtungsvollen bösen Blicken. Ich ließ die Viecher also in Ruhe. Und außerdem... Mein Plan wäre eh nicht zu realisieren gewesen. Die beiden sind ja schon längst kastriert. Ggg

Ein Gutes hat die Sache ja doch gehabt. Endlich hab ich mal ein paar hübsche Fotos von unseren beiden Mistviechern. Ääähm.. Sorry, Sigi.. Unheimlich lieben und wunderschönen Katern!

Eines Tages werde ich sie umbringen (die Katzen!). Es muss nur wie ein Unfall aussehen.

Aber nun mal ganz im Ernst.

Wir denken, dass ein paar nette Fotos für unsere HP dabei entstanden sind. Wir haben eine Auswahl getroffen und sie unserem Webmaster Stefan überbracht.

Seitdem ist er uns wieder wohl gesonnen. Ja, er hat sogar schon einige in die Galerie gestellt.

Motiviert durch die Ergebnisse, haben wir uns entschlossen, zwei Tage später weitere Fotos mit dem Schwerpunktthema Korsett zu machen.

Vollbepackt mit ALDI-Tüten (...haben Connections zur Fa. Aldi), in denen wir Kleider, Korsetts und Schuhe aufbewahrten, sind wir aufgebrochen, um zu einem nahegelegenen Wald zu fahren. "Back to the nature" war das Motto.

Ich hab im Schweiße meiner Füße fotografiert, was das Zeug hielt und die Kamera zum glühen gebracht. Mussten wir doch immer damit rechnen, dass sich irgendwelche Spaziergänger in unser Freilichtstudio verirrten. Dem war dann "Gott sei Dank" nicht so.

Natürlich ging es auch hier nicht so ganz ohne Probleme ab. Ich hatte Angst um Sigrids kostbare und edle Nahtstrümpfe, da meine Frau wie wild posierte und immer gefährlich nahe mit ihren Beinen an die wild wuchernden Dornensträucher herankam. Eine Laufmasche hätte ich nicht überlebt.

Außerdem gestaltete es sich als äußerst schwierig, wenn wieder einmal umziehen angesagt war. In insgesamt drei Korsetts hab ich sie nacheinander eingeschnürt. Dazu kamen natürlich auch immer andere Schuhe und Kleidung. Versucht dies einfach mal auf feuchtem Waldboden, ohne die schönen Kleidungsstücke zu beschmutzen. Problematisch war auch, daß sich die langen und spitzen Absätze der Heels immer wieder in den weichen Boden bohrten. Es sah stellenweise recht lustig aus, wenn Sigrid versuchte, einen Schritt zu gehen.

Des öfteren mußte ich sie auffangen. Aber ich denke, wir sind durch ein recht gutes Ergebnis belohnt worden. Einige dieser Fotos sind bereits in der Galerie, weitere werden sporadisch folgen. Schaut sie Euch einfach mal an. Wir können Kritik vertragen. Das motiviert außerdem, es besser zu machen.

Der nächste Fototermin steht zwar noch nicht fest, aber wir wissen schon, wo er stattfindet.

Wir kennen da ein sehr nettes und liebes Paar, das ein wunderschönes Haus mit einem wunderschönen leerstehenden Keller und einer noch wunderschöneren abgewetzten Ledercouch hat. Was will man mehr? 

Diejenigen, die wir meinen, werden schon wissen, das wir Sie meinen ggg.

Ich hoffe, mit den Fotos und diesem Bericht unseren Webmaster Stefan besänftigt zu haben.

An dieser Stelle möchte ich es auch nicht versäumen, mich bei meiner Traumfrau Sigrid für ihre endlose Geduld zu bedanken. Sie hat es tatsächlich geschafft, mich über 25 Jahre zu ertragen, was sicherlich nicht immer so einfach war.

Liebe Grüße an alle, die wir kennen....

Peter (besser bekannt unter "Helmut Newton") Pappnas

PS: Ich werde unsere beiden Katzen leben lassen. Keine Angst. War ein Scherz!