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In ruhigen Momenten frage ich mich
gelegentlich: "Was habe ich davon, dass
meine Frau zu den wenigen Ausnahmefällen
gehört, die noch tagtäglich Strümpfe
und Strumpfhalter benutzen?"
Als im Jahr 1951 Geborener gehöre auch ich noch zu der
Jungengeneration, die
etwa bis zum 6. Lebensjahr selbst
das prägende Erlebnis der langen
Wollstrümpfe mit Leibchen zur
Lederhose hatten und für die es auch im Nachhinein zum
normalen Bild gehörte, dass die
Mutter, Schwester, Klassenkameradin einfach alle
weiblichen Wesen im Umfeld Strümpfe
trugen. Obwohl es also eine
Selbstverständlichkeit war, übten
die Strümpfe bereits damals auf die erwachende Männlichkeit
eine bestimmte Faszination aus.
Zumindest für mich entstand der Eindruck es
gehöre zum Frau sein schon eine
gewisse "Fachkenntnis" um diese Zubehörteile
der Kleidung richtig zu benutzen.
Ich kann mich erinnern, dass es
Mädchen und
Frauen gab, bei denen man eigentlich
nie etwas von den Strümpfen bemerkte. Bei
anderen klappte es offenbar nicht so
problemlos. Da rutschte schon mal der
Rocksaum über die Strumpfhalter
hoch, oder es wurde nach dem Sitzen der Strumpfrand
zurechtgezogen. Es gab auch Frauen,
bei denen gehörte ein faltiger Strumpf
einfach zum gewohnten Bild.
Eine gewisse Zeit hatte ich einmal in der Schule eine Banknachbarin, die
offenbar nur Strumpfhalter mit
Knopfersatz durch Geldstücke hatte. Es verging kaum
eine Schulstunde, in der sie nicht
diese Behelfe wieder zurechtrückte.
Mitunter hörte man auch, wie sich die Mädchen untereinander über die
Art ihrer
Strümpfe oder Strumpfhalter
austauschten. Ich denke schon, dass diese
Beobachtungen am Rande von den
meisten Jungen mit Interesse verfolgt wurden.
Dann brach
eine Zeit an, da wurden die Röcke
immer kürzer und in einer Übergangszeit wurden
die "Einblicke" häufiger.
Doch dann war es vorbei. Plötzlich wurde die Zahl
der Mädchen und Frauen in Strümpfen
immer weniger. Schon damals bewunderte ich
die Frauen, die sich dem Trend zur
Strumpfhose widerstanden und weiterhin
Strümpfe trugen. Im Stillen fragte
ich mich, was wohl ihre Beweggründe sein
könnten, wo doch die Strumpfhosen
angeblich so viel bequemer und praktischer sein
sollten.
Der Zufall wollte es, dass ich dann meine Frau kennen
lernte, die eben zu
dieser Gruppe Frauen gehörte. Dabei
möchte ich betonen, dass es keineswegs die
Strümpfe waren, die zu dieser
Bekanntschaft führten. Im Gegenteil, erst nach
einer gewissen Zeit bemerkte ich überhaupt,
dass sie Strümpfe benutzte. Später
stellte sich dann noch heraus, dass
dies in ihrer Familie weit verbreitet war.
Zu
meiner großen Freude hat sie diese
Gewohnheit bis heute beibehalten, ganz
ohne dass ich sie diesbezüglich in
irgendeiner Form beeinflusste. Ich halte mich
nicht für einen Strumpffetischisten,
aber es ist ohne jeden Zweifel eine
Bereicherung eine Frau zu haben, die
einen die diesbezüglichen Erfahrungen aus der
Jugendzeit weitererleben lässt.
Es sind solche eigentlichen Selbstverständlichkeiten wie die zum
Trocknen im
Bad hängenden Strümpfe, die zur
Reparatur auf der Nähkiste liegenden
Strumpfhaltergürtel oder die bei flüchtigen
Berührungen spürbaren Strumpfhalter unter
dem Rock oder der Hose, die doch
einen gewissen Reiz ausüben.
Ebenso der
Anblick wenn die Frau am Morgen ganz
selbstverständlich den Hüfthalter umlegt, die
Strümpfe hochstreift, befestigt und
nochmals den Rand zurechtzieht, wenn sie
ungezwungen auf dem Sofa sitzt und
dabei die Strumpfansätze sichtbar werden oder
sie beim Heimkommen die Halter löst
und die Strümpfe allmählich nach unten
rutschen.
Mir gibt dies mehr, als wenn eine Frau sich für den besonderen Moment
im Bett
mit spitzenverzierten Strapsgürtelchen
schmückt, die danach wieder in einer
Schublade verschwinden und ich bin
schon der Meinung, dass der heutigen
Männergeneration etwas
verlorengegangen ist, die ihre Frau/Freundin nur noch in
Hosen und Socken, vielleicht gerade noch in einer Strumpfhose
kennt.
Matthias
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