|
In diesem Jahr wollten wir eigentlich etwas Ähnliches
wie im Vorjahr erleben und mit mehreren unserer Truppe in Urlaub fahren.
Leider wurde dieses
Vorhaben schon ein halbes Jahr im Voraus zu Nichte gemacht als nämlich
etwas mit einem Lebendgewicht von ca. 3000 g und einem lautstarken Organ
am 1. Weihnachtsfeiertag im Jahre 2002 das Licht der Welt erblickte.
Andererseits mussten die anderen beiden wegen Standortwechsel, Umzug
und neuen Job erst mal auf Urlaub verzichten.
So machten wir uns dann zu viert los um die schönsten
Wochen des Jahres in Österreich zu verbringen. Einen Haken hatte die
Sache noch: Irgendwie mussten wir den Mädels noch beibringen, dass wir
die beiden Motorräder mitnehmen wollten.
Zuerst waren sie überhaupt nicht begeistert, weil
sie vermuteten den ganzen Urlaub nur auf den beiden Öfen zu verbringen.
Mir persönlich hätte ja der Gedanke gefallen, aber man will ja kein
Unmensch sein. Außerdem machten die beiden es zur Auflage … ohne
Wanderung keine Tour.
Dann waren die beiden Damen wiederum nicht
begeistert weil wir mit den Mopeds und sie mit dem Auto fahren sollten.
Da war ich aber im nach hinein dankbar dies nicht getan zu haben. Denn
800 km immer nur die gleiche Stelle des Allerwertesten zu beanspruchen
wird auf die Dauer ziemlich schmerzhaft. Also besorgten wir noch einen
entsprechenden Anhänger und eine ausreichend große Dachbox um auch die
ganzen Klamotten unter zu bringen.

Man glaubt ja gar nicht was man als Motorradfahrer
und Bergsteiger so alles mitnehme muss.
Da allerdings kam uns wieder der Motorradanhänger
zu Gute. Was nicht ins Auto
passte wurde kurzerhand zwischen die Mopeds verstaut.
Voll gepackt wie bei einem Umzug verließen wir
dann in der Nacht zum 23. Mai die heimatlichen Gefilde um den Weg in den
wohl verdienten Urlaub an zu treten.
Die Autobahnen waren leer und es ging zügig voran.
Fahrer und Navigator Wolle hatte die Route fein säuberlich bis ins
feinste geplant und wusste immer wo er sich gerade befand.
Dies konnte Peter nie verstehen da er in seinem
beruflichen Leben nur mit Zügen zu tun hat und die von alleine immer
den richtigen Weg finden und an den richtigen Stellen anhalten.
Nach einer langen Fahrt erreichten wir dann am
Vormittag des 23. Mai den Ort des Geschehens, der dann auch für 2
Wochen unser Zuhause war. Ein Appartement mit 2 ausgewachsenen
Schlafzimmern und einer märchenhaften Aussicht war für diese Zeit
unsere Heimat.


Alpbach im Alpbachtal, gleich neben dem Zillertal
und 1000 m hoch gelegen. Ein wunderschönes Fleckchen mitten in den
Alpen.

Hatte nur einen kleinen Nachteil …. egal in
welche Himmelsrichtung man ging, es geht fast immer bergauf.
Nach der Ankunft galt es den Rest des Tages zu
nutzen um sich einzugewöhnen.
Wir schauten uns in der Ortschaft um und sorgten
dafür, dass der Kühlschrank für den nächsten Tag gefüllt war. Natürlich
musste auch Bier her …. Und nachdem wir wieder im Appartement waren füllte
Peter den Kühlschrank auf. Nachdem er fertig war lagen immer noch alle
Lebensmittel neben dem Kühlschrank obwohl dieser bis zum Rand schon
voll war, wie uns Peter versicherte. Na klar …. mit Bier. Dies konnten
die beiden Damen nicht akzeptieren und packen unter lautstarken Protest
von Peter den Kühlschrank wieder um. Das nervte ihn so sehr, dass er
gleich ein paar Flaschen Bier vernichtete. Dies wiederum veranlasste ihn
zur Annahme, dass wir mit diesen geringen Biervorrat niemals nicht das
anstehende Wochenende überstehen könnten. So
mussten wir gleich am nächsten Morgen noch eine Kiste Bier besorgen.
Das muss man sich mal vorstellen …. noch keine 24 Std. vor Ort aber
schon die 2. Kiste Bier gekauft.
Wir fühlten uns sehr wohl und haben uns schnell
eingewöhnt. Am nächsten Morgen erwartete uns ein wunderschönes Wetter
und wir konnten uns wandernder weise von der Schönheit der Natur überzeugen.
Komischerweise ging’s immer nur bergauf. Als es
endlich mal bergab ging war es so steil, dass man kaum bremsen konnte.
Am Abend dieses Tages hatte ich das Gefühl vor einen Bus gelaufen zu
sein. Die Oberschenkel brannten wie Feuer, die Füße qualmten und die
Kehle war trocken wie eine Wüste. Am selben Abend haben wir dann auch
gleich eine halbe Kiste Bier vernichtet.
Die Motorradtouren waren allesamt vom Feinsten. Bei
5 Touren haben wir 1700 km abgespult und die schönsten und höchsten Pässe
der österreichischen Alpen bezwungen.
Dazu gehörten der Groß Glockner, Gerlos Pass, Kühtai
Sattel, Fernpass, das Timmelsjoch und natürlich der in Südtirol
befindliche Jaufenpass. Der Abstecher nach Meran war obligatorisch.



Die letzte Tour, die ich mit Peter alleine gefahren
bin, führte uns zum Königssee sowie über die Rossfeld Ringstrasse
Richtung Salzburg. Meine Susi GS 500 machte die Sache sehr gut, obgleich
sie mit mir und meiner Holden weiß Gott genug zu schleppen hatte. So
manches Mal glaubte ich, dass die Luftgekühlte bei 140° Öltemperatur
dem Hitzetod sehr nahe war. Doch sie bewies Standfestigkeit und eine
gute Kletterfähigkeit.
Bei all den Kilometern auf dem Moped und den Höhenmetern
zu Fuß, hatten die Abende allesamt etwas gemeinsam …. denn da haben
wir uns der Vernichtung unserer Bierreserven
verschrieben. Neben dieser Beschäftigung haben wir uns die Zeit
mit Karten spielen vertrieben.

UNO mit verschärften Regeln macht höllisch viel
Spaß wenn man zeitgleich den Promillepegel nach oben treibt. Dabei
zerschlägt man auch schon mal ein rohes Ei auf den Schädel des
anderen.
Das wiederum treibt jemanden in den Lachkrampf und
die anderen Feriengäste teilweise zur Weißglut. Ein kurzes Telefonat
mit dem Hausbesitzer und wir waren wieder mucksmäuschenstill.
Die Bergbesteigungen waren nicht ganz so lang wie
die Motorradtouren aber weitaus anstrengender. Dabei wurde teilweise die
Unmenschlichkeit einer gewissen Dame an die Oberfläche ihres tiefgründigen
Charakters gespült. Ein Teufelsweib die ihresgleichen sucht. Von der
Sucht nach Höhe angetrieben machte sie uns das Leben zur Hölle.
Speziell hatte sie es auf ihren Gatten abgesehen.
Auf Grund seiner körperlichen Verfassung stufte ich ihn als suizidgefährdet
ein und ließ ihn keinen Moment mehr aus den Augen. Doch letztendlich
hat er auch die schwersten Hürden unserer Bergtouren, nämlich einen
1900er und einen 2200er, gemeistert und konnte sich in das Buch am
Gipfelkreuz eintragen.

…. Und die Aussicht war immer phänomenal!!

Doch am Ende dieser extremen Touren bei denen wir
wie immer von einem jetzt hier nicht genannten Teufelsbraut fast zu Tode
gehetzt wurden stand immer wieder die Glückseeligkeit für die
ausgetrockneten Kehlen.

Es gab auch Zeiten, da war er dann wieder voll bei
der Sache und lief zur Hochform auf. Nämlich als von den Mädels dann
zur Hochgebirgsfotosession geblasen wurde.

Da war er nicht mehr zu bremsen und knipste was das
Zeug und der Akku der Cam hielt.
Zuerst im Appartement und dann auch Freilandfotos.

An einem Flusslauf inmitten der wunderschönen
Berglandschaft stellten die beiden Mädels sich in Pose und zeigten sich
von ihrer besten Seite. Dies blieb auch bei den Passanten und
Autofahrern nicht unbemerkt die eine Straße auf der anderen Seite des
Flüsschens benutzten.
So musste der Hund einer Wanderin unbedingt an
dieser Stelle des Flusses eine Trinkpause einlegen obwohl dieser von der
stärkeren Strömung gar nichts hielt. Die Abneigung dem Wasser gegenüber
half dem armen Tier doch nur recht wenig. Frauchen schob das Hundchen in
die Fluten nur um uns bei unserem Tun besser beobachten zu können.

Autofahrer die schon vorbei gefahren waren setzten
ihren Wagen wieder zurück um zu sehen was denn da passiert. Andere
wiederum blieben stehen um uns zu zuwinken oder hupten wie wild. War
halt kein alltägliches Bild, wenn zwei Mädels mit Korsett und Nylons
bekleidet von uns immer wieder abgelichtet wurden.
Natürlich mussten solch anstrengende Tage abends
dann entsprechend abgeschlossen werden.
Meist Bier trinkender Weise.

So kam es, dass wir nach 2 tollen Wochen insgesamt
6 Kisten Bier zu Nichte gemacht haben …. in Worte „sechs“.
Wir nutzten auch den Aufenthalt um ein befreundetes
Paar einen Besuch abzustatten welche ganz in der Nähe unseres
Urlaubsortes wohnen. Die Begrüßung nach einer langen Zeit in der man
sich nicht gesehen hat war mitreißend. Man hatte sich viel zu erzählen.
Abgerundet wurde der Abend mit einer österreichischen Brotzeit und, wie
soll’s auch anders sein, Bier.
Was ist aber eine Brotzeit mit Bier ohne den
ebenfalls dazu gehörende Schnapserl.
Doch wie es nun mal ist und man auf einem Bein
nicht stehen kann wurden dann 2 Schnapserl draus. Dies wurde dann an
diesem Abend so lange fortgeführt bis Peter wieder mal das Koma in den
Augen stehen hatte. Der war nachher so steif wie ne Strandhaubitze.
Am nächsten Morgen war er dann auch etwas träge
und desorientiert. Aber der Abend war trotz alledem klasse.
Natürlich vergingen diese 2 Wochen wie immer viel
zu schnell und wir mussten uns bald wieder auf den Heimweg machen. Uns
aber bleiben die Erinnerungen und unzählige Fotos von diesem wunderschönen
Urlaub.
Eines aber steht fest …. dieser Urlaub schreit
nach Wiederholung.
Mal sehen wann es so weit ist.
Mein Resümee:
Wir können froh sein, dass nach 2 Wochen diese
Zeit vorbei war, da unser frivoles Dasein auf Wohl oder Übel in einer
Trinkerheilanstalt geendet wäre.
Bis bald
Wolle
|