Schnitte

 

 
Die 3 Grundschnitte habe ich ja schon angesprochen. Hier möchte ich einmal auf die Abstufungen, die es noch gibt, eingehen. So gibt’s z.B. die Möglichkeit, die Schnitte des Stundenglas- und des V-Formkorsetts zu verbinden.

Das birgt 2 Vorteile: Zum einen übt es nicht, wie ein V-Formkorsett auf Grund der Geradlinigkeit vom oberen Rand zur Taille hin einen so starken Druck auf die unteren Rippenbögen aus, sondern lässt durch den geschwungenen Verlauf mehr Platz und bedarf nicht einer längeren Eingewöhnungszeit (eine gewisse Eingewöhnungszeit ist bei jedem Schnitt notwendig). Zum anderen sieht es nicht so künstlich aus wie das Stundenglaskorsett.

Das Ganze kann man dann auch noch mit einer so genannten Pipesteam versehen, das so viel wie "Ofenrohr" bedeutet. Das heißt, dass sich das Korsett, egal welcher Schnitt, vom unteren Rand gesehen über die Hüfte in einem Bogen bis zur engsten Stelle der Taille hin verschmälert, dort den Umfang nach oben um einige Zentimeter beibehält und dann erst wieder für den Brustkorb weiter wird. Das mag sich jetzt ziemlich einfach anhören, aber diese Form bewirkt eine unheimliche Kraft auf die unteren Rippenbögen. Je länger dieses ’Ofenrohr’ ist, desto größer der Druck. Solch ein Schnitt bedarf eines besonderen Trainings und ist auch nur von Enthusiastinnen zu erreichen.

Die insgesamte Länge eines Korsetts ist frei nach Belieben zu variieren. So sind bei sogenannten Bondage-Korsetts keine Grenzen gesetzt, d.h. von den Axeln bis knapp über die Knie ist fast normal. Richtig extrem wird es, wenn das Korsett unten an den Knöcheln anfängt, Beine und Körper umfasst, den Kopf mit einschließt und für das Gesicht nur eine kleine Öffnung lässt. Solche Korsetts werden aber vornehmlich für die S/M-Szene gefertigt, sind normalerweise aus Leder und nicht zu bezahlen.